![]() 17.August 2005 Ankunft in Tansania
Gerade bin ich angekommen, auf dem Kilimanjaro Airport, in Tansania, Afrika.
Der Flug mit der Fluggesellschaft Condor war in Ordnung.
Mein Gepäck ( 17kg + 8 kg Handgepäck ) und ich werden von Alexander, von AFROMAXX mit dem Minibus am Kilimanjaro-Flughafen abgeholt. Im Flugzeug, unwissend, aber schon an Bord, waren meine neuen Freunde und Teamkameraden, das sind Bert, Annett und Veit. Ich sitze im Minibus, bin noch nicht richtig wach um zu kommunizieren, weil ich noch im Halbschlaf bin, denn ich hatte gerade noch tief im Flugzeug geschlafen. Alle Anwesenden machen einen netten Eindruck. Normalerweise habe ich immer einen Kulturschock, wenn ich aus einem Flugzeug steige, aber da ich gerade nur deutsch rede, wie auch wahrscheinlich den ganzen Urlaub über deutsch reden werde, fällt es mir schwer mich auf Afrika einzulassen. Ich blicke aus dem Fenster des Minibuses und sehe die fremde Landschaft, ich suche den Kilimanjaro, der Grund warum ich hier bin, aber ich kann ihn nicht finden. Er schläft wahrscheinlich auch noch und versteckt sich hinter den Wolken. Die Umgebung macht einen trockenen, flachen und einsamen Eindruck. Hier und da steht eine Hütte, sonst sieht man Felder mit trocknem Mais oder mit Sonnenblumen, ebenso trocken. Manchmal sehe ich einen Bewohner bunt gekleidet, in kitschigen Farben, oder aber Schüler in blauen braven Uniformen. Es ist schließlich noch früh am Morgen.
Bevor das Abenteuer beginnen kann, ruhen wir uns alle erst einmal in unserem neuen Zuhause aus. "Rose Home", heißt die einfache Unterkunft, ich gebe zu, ich erwartete eine Afrika-Lodge, wie man sie aus Filmen kennt, mit Tierfellen, Möbel aus Holz und einem paradiesischen Swimmingpool. Aber, dieses kann ich in dieser Preisklasse nicht erwarten. Also bleibt mir nichts anderes übrig, wie auch auf meinen bisherigen Asien-Reisen, in so einer Art Backpacking-Hostel zu nächtigen und mein Bad mit Monsterameisen teilen zu müssen.
Aber ich werde die Unterkunft nach meinen Wanderungen zu schätzen wissen, da bin ich mir jetzt schon sicher.
Ich schlafe bis 12 Uhr und treffe mich dann mit meinem Team. Annett (26) und Veit (32), die hier ihre Flitterwochen verbringen und Bert (40), der im Flugzeug schon in der gleichen Reihe wie ich saß, waren mir von Anfang an sympathisch. Ich bin froh darüber. Wir haben den Tag noch zur freien Verfügung und können zusammen "Moshi", eine kleine gemütliche Stadt am Fuße des Kilimanjaros, erkundschaften. Ich hatte auch hier ganz andere Erwartungen. Die Stadt wirkte auf mich schmutzig und unfreundlich, aber vielleicht müsste ich nur etwas länger hier bleiben. Wir suchen uns ein Restaurant und lernen uns beim Essen kennen, kaufen in Souvenirläden Postkarten und trinken einen Kaffee in einem abgelegenen Hinterhof.
Abends im Rose Home haben wir eine Besprechung über unseren kommenden Trip auf dem Mount Meru, welcher mir als Akklimatisation für die Besteigung auf dem Kilimanjaro dienen sollte.
Ich habe einen ungeheueren Informationsdurst, wie die Tour wohl ablaufen wird, wie das mit dem Trinkwasser ist, den Pausen und der Ausrüstung. Alexander beruhigte mich zwar, dass es alles von alleine laufe und ich mir keine Sorgen machen müsse. Da er aber selbst noch nie die Tour gelaufen ist, zweifle ich etwas an seinem Worte und muss wohl die Tatsache akzeptieren, dass ich bei einer Lowbudget-Reiseagentur buchte. Ich las viel von Kilimanjaro Besteigungen im Internet und wollte nun Näheres über das Gelesene erfahren. So wollte ich z.B. mehr über tragbare Sauerstoffzelte wissen, falls jemand wegen der Höhenkrankheit in lebensgefährliche Gefahr kommt. Lag da aber völlig falsch und werde nicht damit rechnen können. Inwiefern dieses Sauerstoffzelt notwendig und empfehlenswert ist, kann ich nicht abschätzen und muss wohl einfach AFROMAXX bzw. auf mein Glück vertrauen. Auch eine Schulung über Rettungen und Höhenkrankheiten hätte ich mir etwas detaillierter vorgestellt. Ich bin etwas nervös. Was mir auch noch Sorge bereitet, ist die Aussage, dass der Mount Meru zwar nicht höher, aber technisch und körperlich schwieriger ist, als der Kilimanjaro und daas mich ein 16 Stunden langer Marsch erwartet! Eigentlich hatte ich mir die Mount Meru Tour als gemütliches Wandern vorgestellt, ohne große Herausforderung. Der Berg soll mich doch nicht schwächen, sondern mich langsam auf den Kilimanjaro vorbereiten. Davon erfährt man natürlich vorher nichts. Vor dem Schlafen packe ich noch bis spät in die Nacht meine Taschen. Das ist mein Tagesgepäck, mein Seesack und eine Tasche, für Sachen, die ich auf dem Trip nicht brauchen werde, sondern die für den Kilimanjaro oder für danach vorgesehen waren. Diese Sachen kann ich hier in der Garage einsperren lassen. Das Packen ist nicht so einfach: Wie viel Paar Schuhe brauche ich? Wie kalt, wie warm, wie nass wird es werden? Und wie viel Wasserflaschen brauche ich? Dann werde ich noch eine Lunchbox bekommen, eine Plastikschachtel mit dem Vesper für die Mittagspause auf dem Meru. Wie soll die noch in meinen Tagesrucksack passen? |
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